Prüfungskriterien
Zum Schutz der Golfplätze und auch im eigenen Interesse Ihrer Sicherheit
sind für das selbständige Spielen auf deutschen und ausländischen
Anlagen gewisse praktische Fähigkeiten und ein Grundwissen der Regeln und
Etiketten Voraussetzung.
Damit Sie schneller auf den Platz können, werden im Rahmen unserer 5
Tageskurse folgende Kriterien für das „Golfer's Zertifikat“
(Platzerlaubnis) geprüft:
- die Spielgeschwindigkeit + Etikette (QuickGame Modus) auf dem Platz
- Spielfähigkeiten nach (Stableford) auf dem Platz
- Putten, Chippen, voller Schwung auf der Driving Range
- Theoretisches Basiswissen (Regeln + Etikette)
Die Platzerlaubnis-Prüfung
gilt als bestanden, wenn alle drei o.g. Kriterien erfüllt
wurden. Durch das Bestehen der Prüfung und den Besitz des "Golfer's
Zertifikat"
weist der Inhaber ausreichende Regel- und Etikettekenntnisse
sowie golferische Fähigkeiten nach, um auf dem Golfplatz selbständig
spielen zu können und die Sicherheit der Mitspieler nicht zu gefährden.
Das Zertifikat dient als Bestätigung zum Erwerb einer deutschen,
österreichischen oder schweizer Golfclub-Mitgliedschaft. Eine aktuelle
Liste der deutschen Golfclubs, die das Zertifikat anerkennen, kann im
Internet unter
www.d-golf.de
aktuell abgefragt (in Österreich
www.a-golf.at
und Schweiz
www.s-golf.ch)
oder im offiziellen D-Golf Guide
- Deutschlands Golf Guide für Einsteiger - nachgelesen werden.
Werden die Kriterien bezüglich Spielgeschwindigkeit und Etikette im Grundkurs
erfüllt, so wird dem Kursteilnehmer das Spielen nach dem QuickGame
Modus mit der QuickGame
Card bescheinigt. Sie weisen
gegenüber den Golfplätzen damit nach, dass Sie sich auf dem Golfplatz
- bezogen auf die Einhaltung der Spielgeschwindigkeit + Etikette - so bewegen
können, dass erfahrene Golfer nicht behindert oder sogar gestört werden.
Sie erhalten somit die Möglichkeit, auf ausgewählten Golfanlagen erste
Spielerfahrungen auf dem Golfplatz zu sammeln. Die noch nicht bestandenen Prüfungsteile
können Sie dann, nach weiterem Üben und Spielen im angeschlossenen
Golfclub, vor Ort wiederholen.
Die entsprechenden Prüfungsanforderungen und der Prüfungsverlauf zum
Erwerb der Platzerlaubnis (Golfer's Zertifikat) werden nachfolgend
erläutert.
Prüfungsverlauf
Theorie
Die ausgebildeten Golflehrer der einzelnen Golfschulen unterrichten während
des Praxisunterrichts ständig die Theorie und Etikette des Golfsports.
Die Teilnehmer müssen dadurch nicht an zusätzlichen Regelabenden teilnehmen.
Die Theorieprüfung wird im Multiple-Choice-Verfahren (Ankreuzen) durchgeführt.
Es werden 30 Fragen gestellt. Davon sind 15 Etikette- und 15 Regelfragen. Maximale
Dauer der Theorieprüfung: 40 Minuten.
Die Verbandsordnung des DGV (Regelbuch/ Standard- und Vorgabesystem/ Spiel-
und Wettspielordnung sowie persönliche Aufzeichnungen) dürfen als
Hilfsmittel nicht verwendet werden. 13 Etiketten und 13 Regelfragen müssen
vom Teilnehmer richtig beantwortet werden, ansonsten wird die Theorieprüfung
als nicht bestanden gewertet.
Praxis
Die praktische Prüfung ist in verschiedene Teilbereiche unterteilt, damit
die einzelnen Spielfähigkeiten auch entsprechend bewertet werden können.
Wir prüfen:
I. die Fertigkeiten auf der Driving Range
II. die Spielfähigkeit auf dem Platz unterteilt in:
A) Spielgeschwindigkeit (QuickGame Modus)
B) Spielfähigkeiten (nach Stableford).
I. Fertigkeiten auf der Driving Range Übungsanlage Driving-Range/ Putten/Chippen
und voller Schwung
Eine Vorbereitungszeit von 30 Minuten wird jedem Prüfungsteilnehmer eingeräumt.
Die nachfolgende Bewertungsmethode dient dazu, die Einzelfähigkeiten der
jeweiligen Spieler festzustellen.
Putten
Aus einer Entfernung von ca. 12 m werden 5 Putts plaziert:
| Punkteverteilung: |
2 m oder weniger zum Loch: |
2 Punkte |
| |
Direkt eingelochter Ball |
3 Punkte |
Bei dieser Übung darf nur der Putter benutzt werden.
Chippen
Aus einer Entfernung von ca. 22 m zum Fahnenloch müssen 5 Annäherungsschläge
plaziert werden:
| Bedingung: |
Der Ball muß außerhalb des Grüns und Vorgrüns
liegen. (Fairway) |
| Punkteverteilung: |
3 m oder weniger zum Loch: |
2 Punkte |
| |
Direkt eingelochter Ball: |
3 Punkte |
Voller Schwung
5 Drivingrange-Bälle müssen wie folgt plaziert werden:
| Damen: |
Innerhalb eines Korridors von 35 m Breite (Landefläche des Balles)
muß eine Mindesweite von 80 m erreicht werden. |
| Herren: |
Innerhalb eines Korridors von 60 m Breite (Landefläche des Balles)
muß eine Mindesweite von 130 m erreicht werden. |
Für das Erreichen des Ziels werden jeweils 2 Punkte dem Prüfungskonto
gutgeschrieben.
Der Teilnehmer muß insgesamt für den Modus nach Stableford mindestens
30 Punkte erzielen, damit die praktische Prüfung als bestanden gewertet
werden kann
II: Prüfung auf dem Golfplatz
A: Spielgeschwindigkeit (QuickGame Modus)
Für das erfolgreiche bestehen des „QuickGame Modus“ müssen
die Richtlinien bezüglich Spielgeschwindigkeit erfüllt + der Theorie-Test
bestanden werden. Ein zweimaliges Spielen mit dem Golflehrer auf dem Platz sind
Voraussetzungen dazu.
QuickGame Modus
Der Schwerpunkt des QuickGame Modus liegt auf der Einhaltung der Spielgeschwindig-keit
und der Etikette auf dem Golfplatz.
Die Spieler gehen nach jedem Schlag mindestens ca. 100 m auf dem Fairway vorwärts
oder spielen den Ball, der weiter als 100 m liegt. An der 100 Metermarke spielen
alle Kursteilnehmer von einer Linie Richtung Fahne. Bälle werden ausschließlich
vom Fairway gespielt. Vor dem Green wird ein Chip und auf dem Green werden maximal
2 Putts gespielt. Ziel dieser Spielform ist es, den Einsteiger gemäß
seiner Trainingserfahrungen an die Sportart „Golf“ heranzuführen.
Die Kriterien sind hierbei allein die Spielgeschwindigkeit und die Einhaltung
des QuickGame Modus:
Einzelspieler für 9-Löcher max. 90 Min.
Zweier-Gruppen (2er –flight) max. 105 Min.
Dreier-Gruppen (3er-flights) max. 120 Min.
Vierer-Gruppen (4er-flights) max. 135 Min.
Deutsche teilnehmende Golfclubs können bei einem Etiketteverstoß
bzw. bei Nichteinhaltung der Zeitlimits die Gastspieler vom Weiterspielen jederzeit
ausschließen. Darüber werden die Kursteilnehmer in den Grundkursen
ausführlich informiert.
B) Spielfähigkeiten (nach Stableford).
Unter Aufsicht des Golflehrers wird in der Gruppe ein Stableford-Wettspiel
über 9-Loch ausgetragen. Das Wettspiel muß auf einer 9- oder 18-Loch
Golfanlage stattfinden. Die Teilnehmer müssen wie üblich in einem
Turnier gegenseitig die Zählkarte ausfüllen. Das Wettspiel wird nach
den üblichen Stableford-Regeln (Basis: Handicap 36) gewertet:
| 4 und mehr über PAR |
0 Punkte |
|
3 über PAR |
1 Punkt |
| 2 über PAR |
2 Punkte |
|
1 über PAR |
3 Punkte |
| PAR |
4 Punkte |
|
1 unter PAR |
5 Punkte |
| 2 unter PAR |
6 Punkte |
|
3 unter PAR |
7 Punkte |
Einzelspieler für 9-Löcher max. 90 Min., 2er -fligt max. 105 Min..
Wird in Dreier-Gruppen (3er-flights) gespielt, so stehen für 9 Löcher
120 Minuten zur Verfügung. Bei Vierer-Gruppen (4er-flights) stehen 135
Minuten zur Verfügung. Erfolgt ein Regel- oder Etikettenverstoß,
so gilt der praktische Teil der Prüfung als nicht bestanden. Es werden
die besten 6-Löcher eines jeden Teilnehmers gewertet. Es müssen mindestens
4 Punkte erspielt werden.
Die einzelnen Prüfungen (Theorie und Praxis) können innerhalb eines
Jahres jederzeit beliebig oft in den angeschlossenen Golfschulen wiederholt
werden. Nach einem Jahr verfällt der bestandene Teil der Prüfung (Praxis
und/oder Theorie). Ein Widerspruch gegen die Prüfung kann ausschließlich
am Tag der Prüfung beim verantwortlichen Golflehrer vor Ort erfolgen.
Vorgabenbestimmungen
Innerhalb eines Handicaps von 54-37 bezeichnet man einen Spieler als Platzerlaubnis-(PE)-Spieler.
Der Vorteil dieser Handicap-Regelung (höher als 36 - Beginn der üblichen
Handicap-Vorgabe) liegt darin, daß der Spieler seine Entwicklung miterleben
kann.
Bei einer bestandenen Prüfung und bei gleichzeitigem Eintritt in
einen Golfclub, wird ein Anfänger mit Handicaps 54
eingestuft.
Ein Anfänger darf grundsätzlich mit einer Bestätigung einer
erfolgreich abgelegten Prüfung nicht auf Golfplätzen spielen. Hierzu
ist zusätzlich eine Mitgliedschaft in einem Golfclub erforderlich, wodurch
ein Mitgliedsausweis ausgestellt wird, der u.a. auch die Spielstärke ausweist
Innerhalb der Handicap-Regelung 54- 37 kann sich ein Spieler in Privatrunden
verbessern. Wichtig: Derjenige Spieler, der das auf der Scorekarte bestätigt,
muß ein Handicap von 28 oder besser besitzen.
Das Handicap 36 kann nur in offiziellen Turnieren (vorgabewirksame Turniere)
erspielt und heruntergespielt werden.
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